Detailinformationen

Brief anDer frommen Gottsäligen Junckfrowen Barbarae Blaurerin meyner recht lieben Schwöster Im Herren / Costentz / von Gervasius Schüler dem unverdroßner [sic] diener Im HerrenSt. Gallen KB VadianaEinzeldokumente Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen

Funktionen

Brief anDer frommen Gottsäligen Junckfrowen Barbarae Blaurerin meyner recht lieben Schwöster Im Herren / Costentz / von Gervasius Schüler dem unverdroßner [sic] diener Im HerrenSt. Gallen KB Vadiana ; Einzeldokumente Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen


Schuler, Gervasius (1495-1563) [Verfasser],Blarer, Barbara (1509-1539) [Adressat]

Memmingen, uff den 8ten hornung 1535. - 1 Bl., gefaltet, 3 Seiten beschrieben, 30,5 x 22 cm, Deutsch

Es gelten die Benutzungsbestimmungen für den Sonderlesesaal

Inhaltsangabe: Schuler schickt mit dem Brief Luthers Büchlein zu 1. Kor. 15 über die Auferstehung sowie den Römerbrief in 24 Teilen [Luthers Römerbriefvorlesung?]. In der ersten Schrift hat Luther die Lehre von der Auferstehung des Leibes vorbildlich dargestellt. Die Empfängerin grossen Nutzen aus der Lektüre ziehen. Walter von Biberach ist kürzlich zu Schuler gekommen, um Rat für sein [Ehe-]Problem zu finden. Simprecht [Schenck], Friedrich (Frydenreych ?) und Schuler haben mit ihm diskutiert. Nach viel „flehen, pitten, ermanen, beschelcken, trösten und zuosprechen“ wurde [Walter] mit Friedrich nach Biberach gesandt, um Frieden zwischen Walter und seiner Ehefrau zu. Bittet um das Gebet Barbaras, Margaretes und der ganzen Familie, damit das „verwundt gewyssen geheylt, das irrend schaff gewissen und das verloren Wass gewunnen“ werde. Barbara hat in einem der letzten Briefe Schulers Schrift „über die ewige Erwählung Gottes“ gelobt. Die ewige Erwählung [Prädestination] ist ein schwieriges Thema. Wichtig ist die freie Wirkung des Heiligen Geistes, wie in der Prophezeiung des Kaiphas in Johannes 11 [49-50]: „Eß ist wäger daß ein Mensch sterbe für das Volk, weder das gantz Volk verderbe.“ Wie sie schreibt, hat diese Auslegung Barbara gefallen; dennoch wird sie oft von Zweifeln heimgesucht. Das ist natürlich, da wir unter den Schwächen Adams leiden und daher gemäss 1. Kor. 13 [9] unser Wissen nur Stückwerk ist. Dies haben alle Auserwählten wie z.B. Paulus erkannt, wie man Phil. 1 [23?] entnehmen kann. Nach Barbaras Aussage spürt sie jedoch den Beginn von Gottes Wirken. Sie darf aber keine schnelle Entwicklung erwarten, Gott kennt allein die rechte Zeit. Er ist nach Jes. 49 wie eine gute Mutter. Er lässt zwar Barbara leiden wie alle seine Auserwählten, aber belohnt sie am Ende mit ewiger Freude. Schuler lässt in seinem und seiner Gattin Namen Grüssean Margarete [Blarer], Katharina Junker, Thomas [Blarer] und seine Familie bestellen.

http://aleph.unibas.ch/F/?local_base=DSV05&con_lng=GER&func=find-b&find_code=SYS&request=000292548 (Katalogeintrag im Verbundkatalog HAN)

Pfad: Einzeldokumente Kantonsbibliothek Vadiana St. Gallen

[Epistolae Tom. III:292 (Frühere Signatur)]

CH-001880-7-000292548, http://kalliope-verbund.info/CH-001880-7-000292548

Erfassung: 16.09.2016 ; Modifikation: 24.03.2017