Bestand ImmermannGoethe- und Schiller-Archiv / Klassik Stiftung Weimar ; Bestand Immermann


Immermann, Karl (1796-1840) [Bestandsbildner], Wolff, Marianne (1819-1886) [Bestandsbildner], Geffcken, Karoline (1840-1909) [Bestandsbildner]

11 Archivkästen

Einleitung: Nach dem Tode Immermanns verblieb sein Nachlass zunächst bei der Witwe Marianne Immermann, seit 1847 verehelichte Wolff. Sie übergab den Großteil des Nachlasses im Jahr 1885 an den Literaturwissenschaftler Richard Fellner. Wie ihr jüngster Sohn, Felix Wolff, in seiner Publikation über seine Mutter berichtet, wurden nach dem Tode von Marianne Wolff "große Kisten mit Schriftstücken vernichtet [...], die die Bezeichnung trugen "nach meinem Tode zu verbrennen". Es ist zu vermuten, dass sich darin zahlreiche Briefe Immermanns befanden. Richard Fellner ergänzte das ihm übergebene Material durch eigene Ankäufe aus Privathand in Düsseldorf. Nachdem Marianne Wolff im Jahr 1886 gestorben war, ermächtigte ihre Tochter aus erster Ehe, Karoline Geffcken, als Erbin das Nachlasses im Jahr 1892 Fellner, die Archivalien dem Goethe- und Schiller-Archiv zu übergeben. Zusammen mit den von Fellner privat erworbenen Handschriften gelangte so der noch erhaltene Nachlass Immermanns fast vollständig am 8. März 1892 nach Weimar. Ein Rest blieb u.a. bei dem Neffen des Dichters Hermann Immermann in Basel. Ein Jahr später, am 3. März 1893, wurde dieser Nachlassteil ebenfalls dem Archiv übereignet. Weiteren Zuwachs erhielt der Bestand im Jahre 1894 von seiten der Familie von Sybel, die die bei ihr überlieferten Immermanniana nach Weimar schenkte. Durch seine Arbeiten über Karl Immermann und die damit verbundenen Nachforschungen hatte der Literaturwissenschaftler und spätere Direktor der Thüringischen Landesbibliothek Weimar, Werner Deetjen, Verbindung zu den Nachkommen der Familien Immermann-Wolff-Geffcken aufgenommen. Auf Grund dieser Beziehungen erhielt die Weimarer Bibliothek im Jahre 1927 weitere bei den Nachkommen verbliebene Teile des Nachlasses, vorwiegend Korrespondenzen Immermanns mit Mutter und Geschwistern. Deetjen bildete in der Handschriftenabteilung der Landesbibliothek einen "Nachlass Immermann". 1969, nach Anschluss der Bibliothek an die damaligen Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur, gelangten diese separaten Teile des Nachlasses im Zuge des Austausches von Büchern und Handschriften in das Goethe- und Schiller-Archiv. Schon vor 1969 und auch in den Jahren danach konnte der Bestand Immermann durch Einzelankäufe über den Autographenhandel ergänzt werden. Wesentlichen Zuwachs erhielt der Bestand durch Schenkungen aus der Hinterlassenschaft von Frau Dr. Hanna Fischer-Lamberg in Halle (Saale), einer Nachkommin der Familie Geffcken. Am 20. November 1974 und am 22. Mai 1975 übergab ihre Tochter, Frau Dr. Renate Grumach, dem Archiv zahlreiche Immermanniana aus dem Familienbesitz. Ebenfalls aus dem Besitz von Nachkommen der Familie Geffcken stammt eine umfangreiche Sammlung von Briefen Marianne Wolffs an ihre Tochter Karoline Geffcken. Sie gelangte 1994 ins Archiv. 1997 folgten Drucke von Werken Immermanns, die sich im Nachlass von Marianne Wolff erhalten hatten.Der ursprüngliche Hauptteil des Nachlasses von Karl Immermann wurde erstmals 1959 im Zuge der Erarbeitung des 1961 erschienenen Bestandsverzeichnisses des Archivs von Rolf Hübner nach archivischen Gesichtspunkten geordnet und verzeichnet. Der Nachlass umfasste zu diesem Zeitpunkt 15 Kästen; die Signierung folgte der Lagerung nach Kästen und Konvoluten mit römischen und arabischen Ziffern. Im Jahr 1975 verzeichnete und ordnete Eva Beck den Bestand neu und legte ein Findbuch vor, das alle bis dahin auf unterschiedlichen Überlieferunsgwegen ins Archiv gelangten Teile des Bestandes in einer Gesamtordnung unter Signaturen mit arabischen Ziffern integrierte. Der Umfang betrug 18 Kästen. Nach den in den Folgejahren publizierten Forschungsarbeiten und Editionen zu Leben und Werk Karl Immermanns war eine intensivere, inventarmäßige Erschließung des Bestandes möglich und notwendig. Insbesondere gilt das für die Korrespondenzen Karl Immermanns. Peter Hasubek veröffentlichte die Briefe Immermanns in einer textkritischen und kommentierten dreibändigen Ausgabe von 1978 bis 1987. Diese Ausgabe bietet auch eine alphabetische Übersicht über die an Immermann gerichteten Briefe. Die nunmehr vorgelegte Einzelverzeichnung der Briefe der Immermannschen Korrespondenz, in der Datenbank abrufbar, bezieht sich überall dort, wo es möglich ist, auf diese Ausgabe. Auf Grund des sehr schlechten Erhaltungszustandes der von Immermann gebildeten Hefte der "Literarischen Korrespondenz" wurde im Interesse der Ermöglichung einer Restaurierung und weitgehend schadlosen Nutzung der Korrespondenzen die Entscheidung getroffen, die Hefte aufzulösen und alphabetische Einheiten zu bilden. Die Zugehörigkeit der Briefe zu einzelnen Heften wird dabei weiterhin sichtbar durch die Angabe der alten Signatur in der Datenbank. Zudem ist der alte Zustand in Filmen dokumentiert, die unter den Filmnummern 116 bis 124 - sie entsprechen den alten Signaturen - einsehbar sind. Innerhalb der Werkuntergruppen wurden die Archivalien mit wenigen Ausnahmen chronologisch nach Erscheinungsjahr oder Entstehungszeit angeordnet. Die vorliegende, auf den von Gerhard Schmid aufgestellten Ordnungs- und Verzeichnungsgrundsätzen (vgl. Gerhard Schmid, Bestanderschließung im Literaturarchiv, München u. a. O. 1996) basierende Verzeichnung wurde 2005 von Wolfgang Ritschel vorgelegt. Der Bestand umfasst 621 Archivalieneinheiten.

http://ora-web.swkk.de/archiv_online/gsa.entry?b=49&source=gsa.bestaende2 (Bestand Immermann in der Online-Archivdatenbank des Goethe- und Schiller-Archivs)

DE-2060-BE-49, http://kalliope-verbund.info/DE-2060-BE-49

Modifikation: 29. April 2005 ; Synchronisierungsdatum: 2017-10-24T09:41:05+01:00