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Voyage d'Espagne aux Canaries et à Cumana Obs. astron. de Juin à Oct. 1799. Tagebuch I der Amerikanischen Reise Staatsbibliothek zu Berlin. HandschriftenabteilungNachl. Alexander von HumboldtSignatur: Nachl. Alexander von Humboldt (Tagebücher) I

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Voyage d'Espagne aux Canaries et à Cumana Obs. astron. de Juin à Oct. 1799.Staatsbibliothek zu Berlin. Handschriftenabteilung ; Nachl. Alexander von Humboldt

Signatur: Nachl. Alexander von Humboldt (Tagebücher) I


Tagebuch I der Amerikanischen Reise

1799. - Deutsch Französisch. - Werk, Tagebuch

Inhaltsangabe: "Aber Männer müssen handeln, u sich nicht dem Schmerz überlassen" (an Willdenow, 1798)Tagebuch IJuni bis Oktober 1799Auf dem Einband von Humboldt eigenhändig beschriftet:Voyage d'Espagne aux Canaries et à CumanaObs. astron. de Juin à Oct. 1799.Humboldts erstes Tagebuch der Amerikanischen Reise enthält Notizen, Exzerpte und Texte, die mit der Abreise in La Coruña in Spanien beginnen und auf der Fregatte Pizarro unterwegs auf die Kanaren und bis nach Cumaná (im heutigen Venezuela) in der Zeit vom 3. Juni bis Oktober 1799 entstanden sind. Wie von Humboldt selbst angegeben, handelt es sich zumeist um astronomische Beobachtungen. Das Tagebuch beginnt mit einem Eintrag vom 3. Juni 1799 (Bl. 2r): "begonnen: am Bord der Pizarro, den 3 Jun. 99. Die Nacht vom 3ten zum 4ten ward sehr unruhig zugebracht." Am 11. Juni werden Meerestiere beobachtet (Bl. 6r): "Gegen 6 Uhr erschien eine Schar von Medusen und anderen Seegewürmen um das Schiff. [...] Zwischen den Medusen erhaschte B[onpland] ein aggregat von Thieren das ich für die Dagysa notata Solander [...] od. ihr sehr nahe erkannte." In Cumaná erlebt Humboldt ein heftiges Erdbeben, dem er meteorologische Beobachtungen widmet (Bl. 34v): "Mit Gewitter verbunden war das heftige Erdbeben welches wir am 4. Nov. Nachmittags um 4 Uhr in Cumana hatten.Vorher große Dürre, kein Regen seit Monaten, [...]" Und er stellt mineralogische Forschungen an (Bl. 63v): "Die Thäler zwischen den Glimmerschieferketten sind hier mit einer Flözformation ausgefüllt, welche (wie an den Schweizer Seen) gewiß den Durchbruch des Meeres, die Trennung der Margaritha, die Bildung des Golfes v. Cariaco sehr erleichtert."Teiledition in: Alexander von Humboldt, Reise durch Venezuela. Auswahl aus den amerikanischen Reisetagebüchern. Hrsg. von Margot Faak. Berlin 2000Nach einigen Messungen zu Ortsbestimmungen (Bl. 57 v) folgt eine längere Passage mit der Überschrift "Sklaven" (Bl. 58 r). Zunächst beschäftigt sich Humboldt darin mit der Frage, warum es nur selten zu Herrenmord kommt und vergleicht die Situation in den lateinamerikanischen Kolonien mit der römischen Sklaverei. Er schreibt: "Nach Römischen Gesezen wurden beim Herrenmord ohne Unterschied alle Sklaven, die unter einem Dache wohnten, hingerichtet." Es folgt ein längeres Zitat in Lateinischer Sprache aus: Tacitus, Annales, Buch 14, Kap. 44. Danach werden konkrete Fälle der Züchtigung von Sklaven in den Kolonien und die Ungerechtigkeit der Gerichte beschrieben. Humboldt bemerkt: "Ueberhaupt ist dadurch, daß man von Gerichts wegen züchtigt, Sache der Sklaven fast noch schlimmer geworden." Auch die willkürliche und grausame Behandlung von Sklaven während der Schiffüberfahrt von Afrika nach Amerika wird kritisiert: "Jeder Capitain quält nach seiner Diätätstheorie!!" Es wird auch ein Fall von einem Massenselbstmord von afrikanischen Sklaven erwähnt: "Man hat in Antillen bis 30 gesehen, die aus Mismuth sich zusammen an einem Baum aufgehangen." Veröffentlicht in: Amerika am Vorabend der Unabhängigkeitsrevolution. Eine Anthologie von Impressionen und Urteilen aus seinen Reisetagebüchern zusammengest. u. erläutert durch Margot Faak. Mit einem Vorwort v. Manfred Kossok, Berlin: Akademie Verlag 2003, S. 256f. [=Beiträge zur Alexander von Humboldt-Forschung 5].Nach Faak wurde diese Passage verwendet in: Alexander von Humboldt, Relation historique du voyage aux régions équinoxiales du nouveau continent: fait en 1799, 1800, 1801, 1802, 1803, et 1804 par Al. de Humboldt et A. Bonpland / réd. par Alexandre de Humboldt, Bd. 3, 1825, S. 399 Anm. 4 - Über den Selbstmord von Indigenen aus Verzweiflung unter der Herrschaft der ConquistadoresHumboldt setzte sich während seiner Reise mit dem Sklavereisystem und dessen Folgen für die Menschen auseinander. Das Grausame war dabei ein immer wiederkehrendes Thema. Er engagierte sich für Reformen, die das Los der Sklaven verbessern und zur völligen Abschaffung der Sklaverei führen sollten.

http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527100000000 (Digitalisat des ganzen Tagebuchs)http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527100000009 (Bl. 2r: "begonnen: am Bord der Pizarro, den 3 Jun. 99. Die Nacht vom 3ten zum 4ten ward sehr unruhig zugebracht.")http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527100000017 (Bl. 6r: "Gegen 6 Uhr erschien eine Schar von Medusen und anderen Seegewürmen um das Schiff. [...] Zwischen den Medusen erhaschte B[onpland] ein aggregat von Thieren das ich für die Dagysa notata Solander [...] od. ihr sehr nahe erkannte.")http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527100000134 (Bl. 34v: "Mit Gewitter verbunden war das heftige Erdbeben welches wir am 4. Nov. Nachmittags um 4 Uhr in Cumana hatten.Vorher große Dürre, kein Regen seit Monaten, [...]")http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527100000152 (Bl. 63v: "Die Thäler zwischen den Glimmerschieferketten sind hier mit einer Flözformation ausgefüllt, welche (wie an den Schweizer Seen) gewiß den Durchbruch des Meeres, die Trennung der Margaritha, die Bildung des Golfes v. Cariaco sehr erleichtert.")

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Nachl. Alexander von Humboldt / (Tagebücher)

DE-611-HS-2350316, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-2350316

Erfassung: 10. Dezember 2013 ; Modifikation: 4. April 2017 ; Synchronisierungsdatum: 2018-02-09T12:50:04+01:00