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Journal de la navigation sur l'Apure, l'Orenoque, le Cassiquiare et le Rio Négro (Voy. par les Llanos de Caracas S. Fernando de Apure) Statistique de Cumanas Pta Araya Tagebuch IV der Amerikanischen Reise Staatsbibliothek zu Berlin. HandschriftenabteilungNachl. Alexander von HumboldtSignatur: Nachl. Alexander von Humboldt (Tagebücher) IV

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Journal de la navigation sur l'Apure, l'Orenoque, le Cassiquiare et le Rio Négro (Voy. par les Llanos de Caracas S. Fernando de Apure) Statistique de Cumanas Pta ArayaStaatsbibliothek zu Berlin. Handschriftenabteilung ; Nachl. Alexander von Humboldt

Signatur: Nachl. Alexander von Humboldt (Tagebücher) IV


Tagebuch IV der Amerikanischen Reise

1800 [Ergänzungen bis 1859]. - Deutsch Französisch. - Werk, Tagebuch

Inhaltsangabe: "Die Flußschiffahrt für die Naturbeobachtung am vortheilhaftesten."Tagebuch IV1800Auf dem Einband von Humboldt eigenhändig beschriftet:Journal de la navigation sur l'Apure, l'Orenoque, le Cassiquiare et le Rio Négro.(Voy. par les Llanos de Caracas à S. Fernando de Apure)Statistique de Cumanas Pta ArayaEndlich beginnt die Fahrt auf den Flüssen Apure, Orinoco, Cassiquiare und auf dem Río Negro (Bl. 18r): "Ich miethete eine geräumige Lancha [...] Wir luden Lebensmittel auf [für] 4 Wochen, Pisang, Hühner, Eier [...] u besonders Cacao, die wunderschöne Erfindung der Span. Conquistadoren, eine Speise (deren Werth auf Reisen man in Europa nicht kennt, nährend, reizend u sättigend in kleinem Volumen ...)." (Bl. 24v): "Die Flußschiffahrt [ist] für die Naturbeobachtung am vortheilhaftesten. Wie lange könnte man am festen Lande umherstreifen, ehe man jene Schar von Thieren in der Nähe beobachten könnte, welche des Fischfangs, Raubes,Trinkens oder der Kühlung wegen aus dem Dickicht an den Fluß hervortreten." Humboldt stellt sich die Frage nach den Quellen des Orinoco (Bl. 63r): "Die Sache mit [den] Orinocoquellen beruht nemlich auf Convenienz [am Rande hinzugefügt: auf Übereinkunft der Menschen]. Die Indianer haben durch Namen der Flüsse die Sache am richtigsten entschieden. [...] Den größten Theil an dieser Entstehung hat Guaviare, dieses Wasser schmeckt ganz wie Orinoco-Wasser, er hat eben die Vögel, Fische, eben so ungeheuer große Caimane, so viele Toninen [?], daher viele Indianer nicht mit Unrecht sagen daß Guariare der wahre Orinoco sei." Und zusammenfassend beschreibt er den Orinoco so (Bl. 108r): "Orinoco ist [der] eigentliche Schlüssel von Süd Amerika eine Wahrheit die Marmion genug aus einandergesetzt u die man noch wenig eingesehen.Wer Meister des Orinoco ist dringt mit Stimmung [?] der Völker leicht in Prov. Cumana, Caraccas,Varinas, ja durch Meta bis S. Fe ein. Durch diesen Fluß kann man Ideen in ganz Süd Amerika schnell in Umlauf bringen, [...]" Teiledition in: Alexander von Humboldt, Reise durch Venezuela. Auswahl aus den amerikanischen Reisetagebüchern. Hrsg. von Margot Faak. Berlin 2000Humboldt 1800, Tagebuch IV, Bl. 67 r - 68 r enthält die Geschichte von der Piedra de Ia Guahiba - Felsen der Guahiba. Es ist die längste Erzählung zu einem Einzelschicksal in den Tagebüchern und im Reisebericht.Auf dem Wege zwischen S. Baltasar am Rio Atabapo und Yavità hörte Humboldt die Geschichte von einer indigenen Mutter und ihren Kindern, die Opfer von Menschenraub wurden. Es handelte sich um eine sog. Entrada (span. Eintritt), die die Mönche ihren Helfern anordneten, um unter dem Vorwand der Bekehrung zum Christentum Sklaven einzufangen. Die Mutter unternahm mehrere Fluchtversuche in lebensgefährlichen Umgebungen, um bei ihren Kindern zu sein und starb am Ende vor Kummer, da sie immer wieder eingefangen wurde und von ihren Kindern weit weg gebracht wurde. Humboldt würdigt ihre Willensstärke und Mutterliebe, indem er fragt: "Wo ist ein Beispiel ähnlichen weiblichen Mutes, ähnlicher mütterlicher Liebe." Dieses Exemplum untergräbt die Rechtfertigungen der Täter, die häufig menschliche Eigenschaften der Indigenen in Frage stellten, wie Humboldt am Ende kommentiert: "Die Mönche, selbst andere Europäer, schildern den Indianer gern ohne kindliche Liebe und unempfindlich, genau wie die Insektensammler, welche versichern, daß die Käfer das Spießen nicht fühlen, um sie desto besser zu martern." Die Frage nach der Menschlichkeit der Indigene und der Afrikaner steht im engen Zusammenhang mit der Debatten zur Sklaverei.Verwendet in: Humboldt, Alexander von 1819, Relation historique du voyage aux régions équinoxiales du nouveau continent: fait en 1799, 1800, 1801, 1802, 1803, et 1804 par Al. de Humboldt et A. Bonpland / réd. par Alexandre de Humboldt, Bd. II, S. 410 - 412. Einsehbar unter: http://gallica.bnf.fr/ark:/12148/bpt6k61299w/f414.item.r=guahiba.zoom(dt.: Ders., 1991, Reise in die Äquinoktial-Gegenden des Neuen Kontinents, herausgegeben von Ottmar Ette, Leipzig: Insel Verlag, 2 Bde, Bd. II, S. 1022f.)Ein Gedicht von Adalbert von Chamisso behandelt Humboldts Geschichte der Guahiba:"Der Stein der Mutter oder der Guahiba-Indianerin", in: Chamisso, von Adelbert 1837: Gedichte. 4. Aufl., Leipzig: Weidmann'sche Buchhandlung, S. 429URL: https://books.google.de/books?id=YYRKAAAAcAAJ&pg=PA429&lpg=PA429&dq=Der+Stein+der+Mutter+oder+der+Guahiba-Indianerin%22+chamisso&source=bl&ots=ew67_LjVEq&sig=EgdWvEyjZsu8Aznq53mP6vHklw8&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjFv_SMvIPSAhWDtRQKHdZfDC4Q6AEIIjAB#v=onepage&q=Der%20Stein%20der%20Mutter%20oder%20der%20Guahiba-Indianerin%22%20chamisso&f=falseoder: http://gutenberg.spiegel.de/buch/adelbert-von-chamisso-gedichte-761/24Bezug zu dieser Textstelle auch in der Zeitschrif "Die Gartenlaube" (1874), Heft 5, S. 86-88URL: https://de.wikisource.org/wiki/Die_Gartenlaube_(1874)/Heft_5

http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527700000000 (Digitalisat des ganzen Tagebuchs)http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527700000037 (Bl. 18r: "Ich miethete eine geräumige Lancha [...] Wir luden Lebensmittel auf [für] 4 Wochen, Pisang, Hühner, Eier [...] u besonders Cacao, die wunderschöne Erfindung der Span. Conquistadoren, eine Speise (deren Werth auf Reisen man in Europa nicht kennt, nährend, reizend u sättigend in kleinem Volumen ...).")http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527700000050 (Bl. 24v: "Die Flußschiffahrt [ist] für die Naturbeobachtung am vortheilhaftesten. Wie lange könnte man am festen Lande umherstreifen, ehe man jene Schar von Thieren in der Nähe beobachten könnte, welche des Fischfangs, Raubes,Trinkens oder der Kühlung wegen aus dem Dickicht an den Fluß hervortreten.")http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527700000119 (Bl. 63r: "Die Sache mit [den] Orinocoquellen beruht nemlich auf. [...] Den größten Theil an dieser Entstehung hat Guaviare, dieses Wasser schmeckt ganz wie Orinoco-Wasser, er hat eben die Vögel, Fische, eben so ungeheuer große Caimane, so viele Toninen [?], daher viele Indianer nicht mit Unrecht sagen daß Guariare der wahre Orinoco sei.")http://resolver.staatsbibliothek-berlin.de/SBB0001527700000203 (Bl. 108r: "Orinoco ist [der] eigentliche Schlüssel von Süd Amerika eine Wahrheit die Marmion genug aus einandergesetzt u die man noch wenig eingesehen.Wer Meister des Orinoco ist dringt mit Stimmung [?] der Völker leicht in Prov. Cumana, Caraccas,Varinas, ja durch Meta bis S. Fe ein. Durch diesen Fluß kann man Ideen in ganz Süd Amerika schnell in Umlauf bringen, [...]")

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Nachl. Alexander von Humboldt / (Tagebücher)

DE-611-HS-2350322, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-2350322

Erfassung: 10. Dezember 2013 ; Modifikation: 4. April 2017 ; Synchronisierungsdatum: 2018-02-09T12:50:04+01:00