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Stammbuch des Pfarrers Johann Friedrich Hänel aus Schneeberg Stammbuch Hänel Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek <Dresden>BuchhandschriftenSignatur: Mscr.Dresd.App.3157

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Stammbuch des Pfarrers Johann Friedrich Hänel aus SchneebergSächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek <Dresden> ; Buchhandschriften

Signatur: Mscr.Dresd.App.3157


Stammbuch Hänel

1768-1782. - 179 Bl., davon 153 S. beschrieben oder illustr., VI Bl. Register, 18,8 x 12,5 cm, Deutsch Latein Hebräisch Neugriechisch. - Dokument, Stammbuch

Beschränkt benutzbar - Eingeschränkt benutzbar.

Inhaltsangabe: Mit einer von Rocaille-Ornamentik umgebenen Widmung eröffnet Hänel "dieses Denckmal 1768 seinen werthesten Gönnern und Freunden". Er bezieht in diesem Jahr die Universität Halle, wo sich sogleich eine Menge Beiträger für sein Stammbuch finden, besucht aber auch die Heimat seiner Familie, das Dorf Lauter (Sachsen), wo sich Hänels Eltern und weitere Verwandte eintragen. Andere Besuche gelten Hof und Wittenberg (dort mit Eintragung des Theologen Carl Gottlob Hofmann, 1703-1774), bis Hänel 1769 nach Leipzig übersiedelt. Hier studiert er bis 1772; von 1773 bis 1778 ist er in Dresden zu finden, schließlich 1780 und 1781 in Altdorf. In Halle tragen sich der Theologe Johann Abraham Rüdel (Bibliothekar und Inspektor der deutschen Schulen, 1698-1777) sowie der Theologie-Professor Johann Georg Knapp, Direktor der Franckeschen Stiftungen (1705-1771) ein. In Leipzig versieht 1769 der Philosoph und bedeutende Physiker Johann Heinrich Winckler (1703-1770) Hänels Stammbuch mit einem Beitrag, ebenso der Jurist Christian Ernst Ulrici (1750-1825), dessen Grabstein auf dem Friedhof der Dresdener Frauenkirche noch erhalten ist. Auch ungewöhnliche Personen wie der in Kapstadt geborene und in den Franckeschen Stiftungen aufgezogene Christian Friedrich Blettermann ("Africanus") widmen Hänel in Leipzig eine Eintragung. - In Dresden befreundet sich Hänel mit dem Theologen und Aufklärer Karl Traugott Thieme (1745-1802), verdienstvoll als Schriftsteller und als Rektor in Lübben, Merseburg und Löbau. Auch Paul Jacob Marperger, der Sohn des berühmten Nationalökonomen, trägt sich in Dresden ins Stammbuch ein, ebenso der Lehrer und Diakon Chr. Gottlieb Hildebrand von der Landesschule Pforta. - In Altdorf gesellt sich u. a. der Jurist Paul Friedrich Birkner (geb. 1756) hinzu. - Besonders bemerkenswert ist der Beitrag einer Tochter des Fabeldichters Magnus Lichtwer, Sophia Emilie Richter, geb. Lichtwer (1754-1830), die 7 Zeilen eines Liedes von Goethe zitiert: "Erdennoth ist keine Noth ..." aus der ersten Fassung des Singspiels "Erwin und Elmire", die 1775 zuerst im Almanach "Iris" und noch im selben Jahr in weiteren Drucken erschienen war - vermutlich eines der frühesten Zitate eines Goethe-Gedichtes in einem Stammbuch. - Die Malereien und Zeichnungen, z. T. von hoher künstlerischer Qualität, zeigen u. a. eine Darstellung mit dem Hänelschen Familienwappen; 3 Damen beim Kartenspiel; eine Minerva, umgeben von zahlreichen Attributen der Künste und Wissenschaften; eine Dame am Spinett, diskutierend mit einem Kavalier; eine Szene mit König Salomo; eine sehr fein ausgeführte Tuschzeichnung von Gottlieb Volckamer von Kirchensittenbach (1757-1814) mit der Abbildung einer weitläufigen Brunnenanlage vor einer bewaldeten Anhöhe (Altdorf 1781). - Auf der Rückseite der Darstellung eines dreistöckigen barocken Gebäudes hat Georg Hänel 1916 in Dresden notiert: "Ich habe 1911 festgestellt, daß umstehendes Haus das Herrenhaus der Porzellanfabrik Moschendorf bei Hof ist, welches 1768 als Papiermühle dem Johann Georg Munnerlich, Schwiegersohn von Chr. Aug. Hänel gehörte, also Großvater von Joh. Aug. Hänel auf Bl. 94".138 Eintragungen aus den Jahren 1768-1782: Orte: Altdorf (7), Bernsbach (1), Buchholz (4), Dresden (17), Halle (41), Hof (2), Lauter (11), Leipzig (42), Schneeberg (3), Wittenberg (2), Zwönitz (2), o.O. (6)

Literaturhinweise: Galerie Gerda Bassenge <Berlin> : Auktion 112 / Galerie Gerda Bassenge. - Berlin : Galerie Gerda Bassenge , 2018. (Los 2457) || Georg Hänel: Ein altes Stammbuch. In: Familiengeschichtliche Blätter 10 (1912), S. 183 f. || Georg Hänel: Aus alten Stammbüchern. In: Familiengeschichtliche Blätter 34 (1936), Sp. 11-14. || Georg Hänel: Aus den Stammbüchern meines Großvaters. In: Mitteilungen des "Roland" 24 (1939), S. 32 f. || Elias von Steinmeyer: Weitere Nachträge zum Altdorfer Personenregister. In: Wagner, Matr. Erlangen, S. 638. || Karlheinz Goldmann: Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus vier Jahrhunderten. Ein Katalog. Nürnberg 1981 (Beiträge zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg, 22), Nr. 704.

https://raa.gf-franken.de/de/suche-nach-stammbucheintraegen.html?permaLink=1768_haenel;0 (Eintrag in Repertorium Alborum Amicorum)

Begleitmaterial:37 Bl. masch. Übersetzungen von Stammbucheinträgen

Darin: Vorrede von Georg Hänel über die Herkunft des Stammbuches [Eintragung]Darin: Stammbuchillustration [Eintragung]Darin: Widmung [Eintragung]Darin: Stammbucheintrag des Vaters Christian August Hänel [Eintragung]Darin: Stammbucheintrag der Mutter Anna Maria Hänel [Eintragung]Darin: Stammbucheintrag und -illustration der Freundin Anna Catherina Kannin [Eintragung]Darin: Stammbuchillustration [Eintragung]

Bemerkung: Im vorderen Deckel Angaben zur Herkunft des Stammbuches und im hinteren Deckel montiertes Register der Einträger aus dem Jahre 1910 von Georg Hänel.

Illustrationen: 8 Deckfarbenmalereien bzw. Aquarelle (davon 4 auf Pergament), 2 Rötelzeichnungen, 4 Federzeichnungen (davon 2 kolor.), 1 Grisaille-Tuschezeichnung, 1 BleistiftzeichnungMaterial: PapierEinbandbeschreibung: Brauner Lederband d. Zt. mit Resten reicher Vergoldung auf beiden Deckeln, Goldschnitt und Buntpapiervorsätzen.

Im vorderen Deckel Angaben zur Herkunft des Stammbuches und im hinteren Deckel montiertes Register der Einträger aus dem Jahre 1910 von Georg Hänel.

Erwerbungsgeschichte:Provenienz:6. Galerie Gerda Bassenge, Auktion 112 (Los 2457), Berlin, 18.10.2018; 5. Aus der Privatbibliothek von Georg Hänel, Stempel "Familien-Archiv - Georg Hänel, Dresden" 4. 1911 vom Vater, Rudolph Hänel in Chemnitz. 3.Onkel Ottomar Heinrich Bach (gest.1874). 2. Mutter Auguste, geb. Bauer (gest. 1853 in Buchholz). 1. Mutter Christine Marie geb. Hänel, Schwester des Pfarrers Johann Friedrich Hänel (*1744 in Lauter, gest. 1817 in Lauter) Hänel, Georg (1861-1939) - Galerie Gerda Bassenge <Berlin> (Bestandsbildner)

Objekteigenschaften: Handschrift

Pfad: Buchhandschriften / Stammbücher

[2018 0 009284 (Inventarnummer)]

DE-611-HS-3444952, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-3444952

Erfassung: 23. November 2018 ; Modifikation: 27. März 2019 ; Synchronisierungsdatum: 2019-03-27T18:54:40+01:00