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Stammbuch des Johann Gabriel DoppelmayrStaatsbibliothek BambergSignatur: JH.Autogr.2

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Stammbuch des Johann Gabriel DoppelmayrStaatsbibliothek Bamberg

Signatur: JH.Autogr.2


Altdorf b. Nürnberg, Nürnberg, Jena, Halle (Saale), 1696-1700. - 204 Blätter; enthält 97 Stammbucheinträge, 10,6 x 16,3 cm, Latein Altgriechisch Französisch Hebräisch Deutsch. - Dokument, Stammbuch

Inhaltsangabe: Auf vorderem Spiegel handschriftliche Notiz des Bibliothekars Friedrich Leitschuh: "Stammbuch des Prof[essors] G. Doppelmayr aus Altdorf, Jena, Nürnberg".Blatt 20r-204v:97 Stammbucheinträge; die herausgetrennten drei Blätter (siehe Erhaltungszustand) lassen vermuten, dass es ursprünglich mindestens drei weitere Einträge gab.Unter den Einträgern befinden sich hauptsächlich Kommilitonen aus Altdorf bei Nürnberg, Jena und Halle, jedoch auch einige wenige Verwandte (vor allem aus Nördlingen) mit Einträgen:Blatt 100r: "Fratri suo [...] Benedict[us] Jacob[us] Doppelmaӱr: Sen:", entstanden in Nürnberg am 31.12.1696,Blatt 124r: "meinem hochgeEhrten Heren Schwager [...] Johann Caspar Wünsch des Geheӱmen Raths in Nördlingen", entstanden in Nürnberg am 14.12.1696, mit Sterbevermerk in Form eines Kreuzes,Blatt 180r: "seinem hochgeEhrten Herrn Schwager [...] Hanß Jacob Bäúrlin Jŭd. Assessor Zŭ Nordtlingen", entstanden in Nürnberg am 14.12.1696.Diese drei Einträge lassen vermuten, dass im Dezember 1696 ein Familienereignis in Nürnberg begangen wurde, zu welchem die Nördlinger Verwandtschaft anreiste. Der Bruder Benedikt Jakob Doppelmayr (1667-1747), verheiratet mit Anna Barbara geborene Wünsch, war Nördlinger Zahlmeister und Bauinspektor. Dessen Schwiegervater war Johann Caspar Wünsch, welcher somit kein Schwager zu Johann Gabriel Doppelmayr im engeren Sinne war.Blatt 174v (Johann Jacob Degen, Altdorf b. Nürnberg, 04.07.1699): "Amice sincere, Cognate pariter"Auf den Blättern 138r, 166v und 174v sind Wortspiele mit dem Nachnamen des Besitzers zu finden, am aufwendigsten:Blatt 166v (Christoph Friedrich Wenng/Weng, Altdorf b. Nürnberg, 02.03.1699):"Waß Sich ŭnß doppelt zeigt, kan Viel Vergnügen machen,Waß Zierd gedoppelt führt, dß macht ein doppelts Lachen,drŭm hat Herr Doppelmaӱr ein doppelts M. erwehlt,so stets gedoppelt Ihm den Geist ŭnd leib bestalt."Blatt 87r: gekiptte und kopfstehende Buchstaben des Spruches: "HIC STATVS EST RERUM MUNDANARUM"Blatt 142r: Eintrag eines Anonymus ohne Angabe von Ort und Datum ("Amicus quidam") mit einem mathematischen Witz über den Jakobststab und die Jakobsleiter aus Genesis 28.12.Blatt 184r: Johann Christoph Langbein (Eintrag entstanden in Jena am 06.08.1699) aus Gräfenthal in Thüringen latinisiert den Namen seiner Geburtsstadt Gräfenthal zu "Comivall. Thur.".Zahlreiche Einträge sind durch Konjunktionsformeln miteinander verbunden, wodurch zweimal auch drei Einträge miteinander verbunden sind (Blatt 103v/104r, 114v/115r, 136r/136v, 138r/138v, 138v/139r, 150v/151r, 154v/155r, 166v/167r, 178v/179r, 179r/179v, 192v/193r, 204r/204v), diejenige von Blatt 138v zu Blatt 139r ist einen wohl hebräische Konjunktionsformel.Zusätzlich zu den aufwändigeren Illustrationen finden sich bei vier Stammbucheinträgen einfache mit der Feder ausgeführte Symbole oder Zeichnungen (Blatt 92v und 133r: je ein Dreeinigkeitssymbol, Blatt 172r: ein Krückenkreuz beschiftet als "la ioye suit la croix", Blatt 173v: ein Tetraeder).Biographisches zum Stammbuchhalter:Getauft am 30.09.1677 in Nürnberg als Sohn des Kaufmanns Johann Sigmund Doppelmayr und der Maria Katharina, geborene Häberlen, 1689 Egidiengymnasium in Nürnberg, 1690 und (mit Studienbeginn) 1696 immatrikuliert in Altdorf, 1699 immatrikuliert in Halle, 1700 immatrikuliert in Utrecht, 1701 immatrikuliert in Leiden, 1704 Professor der Mathematik am Egidiengymnasium in Nürnberg, 1715 Mitglied der Kaiserlichen Akademie der Naturforscher, 1733 der Royal Society zu London, 1749 der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg, ferner Mitglied der Königlich Preußischen Akademie der Wissenschaften zu Berlin, verheiratet am 18.02.1716 in Nürnberg mit Susanna Maria Kellner, gestorben am 01.12.1750 in Nürnberg. Der hochberühmte Gelehrte trug durch sein reiches Schrifttum erheblich zur Verbreitung mathematischer, astronomischer und physikalischer Kenntnisse bei. Bekannt ist er auch durch seine Erd- und Himmelskugeln und die Arbeit: Historische Nachricht Von den Nürnbergischen Mathematicis und Künstlern, welche fast von dreyen Seculis her [...], Nürnberg 1730 [VD18: 11388544-901].Stammbucheinträge Johann Gabriel Doppelmayrs finden sich in folgenden Stammbüchern:am 14.03.1699 in Altdorf im Stammbuch des Andreas Merkel, mit geometrisch, perspektivischer Illustration (Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Stb 407, Seite 444a-445),am 27.04.1705 in Nürnberg im Stammbuch des David Algoewer (Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Stb 65, Blatt 97r),im Jahr 1722 in Augsburg im Stammbuch oder Gästebuch des Jonas Daniel von Rauner (Goldmann, Karlheinz: Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus vier Jahrhunderten. Ein Katalog, Nürnberg 1981, Seite 226, Nummer 1187).am 31.08.1735 in Nürnberg im Stammbuch des Michael Christian Hirsch (Nürnberg, Landeskirchliches Archiv der Evangelischen-Lutherischen Kirche in Bayern, Personen II [Buchrucker] Nr. 47a),am 31.03.1738 in Nürnberg im Stammbuch des Johann Caspar Volland (Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Stb 418, Blatt 77r; Goldmann, Karlheinz: Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus vier Jahrhunderten. Ein Katalog, Nürnberg 1981, Seite 107, Nummer 568),am 01.04.1739 in Nürnberg im Stammbuch des Christoph Jakob Pfund (Bamberg, Staatsbibliothek, JH.Autogr.8, Blatt 93r),am 18.03.1740 in Nürnberg im Stammbuch des Johann Wilhelm Jungendres (Schnabel, Werner Wilhelm: Die Stammbücher und Stammbuchfragmente der Stadtbibliothek Nürnberg. Band 1, Die Stammbücher des 16. und 17. Jahrhunderts, Wiesbaden 1995, Seite 592, Nummer 166/4),am 05.04.1740 in Nürnberg im Stammbuch des Wolfgang Friedrich Lochner (Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Stb 320, Blatt 86r; Goldmann, Karlheinz: Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus vier Jahrhunderten. Ein Katalog, Nürnberg 1981, Seite 186, Nummer 978),am 29.02.1744 in Nürnberg im Stammbuch des Georg Andreas Will dem Jüngeren (Schnabel, Werner Wilhelm: Die Stammbücher und Stammbuchfragmente der Stadtbibliothek Nürnberg. Band 1, Die Stammbücher des 16. und 17. Jahrhunderts, Wiesbaden 1995, Seite 607, Nummer 172/6).[Quellen: Will, Georg Andreas: Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon oder Beschreibung aller Nürnbergischen Gelehrten beyderley Geschlechtes nach Ihrem Leben/ Verdiensten und Schrifften zur Erweiterung der gelehrten Geschichtskunde und Verbesserung vieler darinnen vorgefallenen Fehler aus den besten Quellen in alphabetischer Ordnung, Erster Teil von A-G, Nürnberg/ Altdorf 1755 [VD18: 1105879X], Seite 287-290; Nopitsch, Christian Conrad: Georg Andreas Will's weil. Kaiserl. Hofpfalzgrafens und ältesten Proefessors zu Altdorf Nürnbergisches Gelehrten-Lexicon oder Beschreibung aller Nürnbergischen Gelehrten beyderley Geschlechtes nach Ihrem Leben, Verdiensten und Schriften, zur Erweiterung der gelehrten Geschichtskunde und Verbesserung vieler darinnen vorgefallenen Fehler aus den besten Quellen in alphabetischer Ordnung. Fünfter Theil oder erster Supplementband von A-G, Altdorf 1802, Seite 245-246; Adelung, Johann Christoph: Fortsetzung und Ergänzungen zu Christian Gottlieb Jöchers allgemeinen gelehrten Lexiko[n], worin die Schriftsteller aller Stände nach ihren vornehmsten Lebensumständen und Schriften beschrieben werden, Zweiter Band. C bis J. Leipzig 1787, Spalte 742-743; Meusel, Johann Georg: Lexikon der vom jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Zweyter Band, Leipzig 1803, Seite 411-414; Wulz, Gustav: Die Gebrüder Eberhard Wilhelm und Friedrich Wilhelm Doppelmayr. Geschichte ihrer Familie, in: Jahrbuch des Historischen Vereins für Nördlingen und das Ries 24 (1969), Seite 12-13, dazu Seite 10; Pilz, Kurt: 600 Jahre Astronomie in Nürnberg, Nürnberg 1977, Seite 312-318; Bosl, Karl (Herausgeber): Bosls bayerische Biographie. 8000 Persönlichkeiten aus 15 Jahrhunderten, Regensburg 1983, Seite 151; Gaab, Hans: Johann Gabriel Doppelmayr (1677-1750). Sein Leben, seinen Schriften, seine Karten, seine Globen, 2 Bände, Leipzig 2023.]

Literaturhinweise: Leitschuh, Friedrich/ Fischer, Hans: Katalog der Handschriften der Königlichen Bibliothek zu Bamberg. 2. Band, Die Handschriften der Helleriana, mit einer Einleitung: Joseph Heller und die deutsche Kunstgeschichte und dem Portrait Heller’s, Leipzig 1887, Seite 157; Goldmann, Karlheinz: Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus 4 Jahrhunderten, eröffnet am Freitag, dem 13. Dezember 1963, Nürnberg 1963, Nummer 138; Goldmann, Karlheinz: Nürnberger und Altdorfer Stammbücher aus vier Jahrhunderten. Ein Katalog, Nürnberg 1981, Seite 79, Nummer 420; Taegert, Werner: Edler Schatz holden Erinnerns. Bilder in Stammbüchern der Staatsbibliothek Bamberg aus vier Jahrhunderten, Bamberg 1995, Seite 94; Gaab, Hans: Johann Gabriel Doppelmayr (1677-1750). Sein Leben, seinen Schriften, seine Karten, seine Globen, 2 Bände, Leipzig 2023, Seite 94-99.

https://gateway-bayern.de/BV050188060 (Bayerischer Verbundkatalog)https://raa.gf-franken.de/de/suche-nach-stammbuechern.html?permaLink=1696_doppelmayr (RAA-Datenbank)https://www.zotero.org/groups/4950475/staatsbibliothek_bamberg/collections/AN8YZGAI (Forschungsdokumentation)https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:32-1-10001176171 (Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Stb 407, Seite 444a-445)https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:32-1-10001176171 (Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Stb 65, Blatt 97r)https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:gbv:32-1-10017530831 (Weimar, Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Stb 418, Blatt 77r)http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4251012 (Bamberg, Staatsbibliothek, JH.Autogr.8)

Illustrationen: Blatt 83v: eingeklebter Wappen-Kupferstich des Reinhard von Gemmingen zu Hornberg, beschriftet "R∙V∙G∙V∙H∙", in Blau zwei goldene Balken, gekrönter Kolbenturnierhelm, blau-goldene Helmdecke, als Kleinod goldene Büffelhörner mit je zwei blauen Balken; Blatt 94v: eingeklebte Grisaille-Miniatur: stehendes nacktes Jesuskind umarmt kniendes Kind Johannes den Täufer im Fellmantel als Zeichen der Freundschaft mit Beschriftung "Amicitia præsidium est firmissimum"; eingeklebtes Blatt 130r: runde Miniatur in roter Rahmung: zwei aus Wolken kommende Hände entzünden Kerzen an einer zentral auf einem goldfarbigem Leuchter stehenden Kerze an, vor Landschaftshintergrund (Illustration zu einem Zitat über die Weitergabe von Licht beziehungsweise übertragen Wissen von Quintus Ennius)Einbandbeschreibung: Dunkelbrauner Ziegenlederband mit schlichter Goldprägung; GoldschnittErhaltungszustand: Der Einband stark berieben, am Rücken schadhaft, die Ecken bestoßen; Blatt 94 unten eingerissen; zwischen Blatt 83 und 84, 167 und 168 sowie 197 und 198 je ein Blatt herausgetrennt

Erwerbungsgeschichte:Provenienz:Joseph Heller, Bamberg, bis 1849.

Objekteigenschaften: Handschrift

DE-611-HS-4250771, http://kalliope-verbund.info/DE-611-HS-4250771

Erfassung: 16. Dezember 2024 ; Modifikation: 20. Januar 2026 ; Synchronisierungsdatum: 2026-01-20T16:00:34+01:00